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A permanent agriculture

Der Begriff Permakultur ist für viele ein neuer Begriff. Landwirtschaft und vor allem Biolandbau wecken bei den meisten Menschen Assoziationen wie „Tradition“ oder „Kulturlandschaft“. Permakultur dagegen scheint eher ein Modebegriff zu sein – und kommt das nicht aus Australien?

Das Wort selbst stammt tatsächlich aus Australien, wo in den 1970er-Jahren Bill Mollison und David Holmgren den Begriff Permakultur geprägt haben. Ein Schachtelwort, das aus „permanent“ und „(agri)culture“ besteht. „Permaculture“ bedeutet demnach so viel wie „dauerhafte Landwirtschaft“.

Von systemischem Denken geprägt

Permakultur will nachhaltige Kulturlandschaften schaffen, die ökologisch und wirtschaftlich stimmig sind. Mollison und Holmgren haben den Begriff im ausgehenden 20. Jahrhundert populär gemacht, das Konzept selbst ist aber ein Kind des 19. Jahrhunderts und hat viele Mütter und Väter. 

Historisch betrachtet haben Permakultur und der Biolandbau dieselben Wurzeln, gleichzeitig ist Permakultur aber mehr als nur eine Richtung des biologisch-organischen Landbaus. Es ist eine Lebensphilosophie und ein ganzheitlicher Denkansatz, mehr ein Wegweiser als ein Ziel.

Im Gegensatz zu vielen vergangenen und gegenwärtigen Moden ist und war Permakultur immer von systemischem, kritischem und naturwissenschaftlichem Denken geprägt. Aus dieser Perspektive richtet die Permakultur ihren Blick auf die Landschaft, auf bäuerliches Gebrauchswissen und die Mechanismen traditioneller Kulturlandschaften.

Ein vielversprechender Perspektivenwechsel

Permakultur ist ohne das Wissen und den Erfahrungsschatz einer bäuerlichen Kultur nicht denkbar. Dabei geht es nicht darum, die Vergangenheit oder andere Kulturen zu glorifizieren. Permakultur sitzt auch keinem verklärenden Geschichtsbild auf, das wieder zurück ins 19. Jahrhundert will und von einer „unberührten Natur“ fantasiert, die es so nie gegeben hat. Es geht um einen Perspektivenwechsel und die ehrliche Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit und Zukunft.

Das Verdienst der Permakultur ist auch, Gebrauchswissen aus aller Welt zusammengetragen zu haben. Wir können uns Wissen und Inspiration auch aus der Geschichte holen und Bewährtes an heutige Bedürfnisse, Problemstellungen und Lebensrealitäten anpassen.
Akademisches Wissen und praktisches, bewährtes Wissen fusionieren auf diese Weise und füllen so denabstrakten Begriff der Nachhaltigkeit mit konkreten Inhalten.

Natur führt – Technik folgt

Auch Sepp Holzer entspringt einer Bergbauernkultur, die gelernt hat, ausgesprochen effizient mit natürlichen Ressourcen, Zeit, Geld und Energie umzugehen. Bis 1995 hatte er noch nicht einmal von Permakultur gehört und doch bewirtschaftete und gestaltete er den Krameterhof schon seit Jahrzehnten im Sinne der Permakultur.

Die Teiche, Wassergärten und Terrassen, die er dem Schwarzberg in jahrzehntelanger Arbeit abgerungen hat, sind sowohl Zeugnis eines Gebrauchswissens, das Jahrtausende zurückreicht, als auch Ausdruck von spielerischer Neugier und unbändigem Forscherdrang.

Permakultur erhebt nicht den Anspruch, das Rad neu erfunden zu haben, aber wir wollen alles verfügbare Wissen der Welt einsetzen, damit es sich weiterdrehen kann.

 

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Permakultur: Geschichte einer Idee

Dieser Text ist ein Versuch, einige Mythen im Zusammenhang mit Permakultur, bäuerlicher Tradition und Kulturlandschaft im Allgemeinen auszuräumen. Gleichzeitig wollen wir anhand einiger einflussreicher Menschen und deren Gedanken den Weg nachzeichnen, der zur Permakultur geführt hat, also zur Idee eines zukunftstauglichen Umgangs mit der Welt.

Rückblick

Der Mensch gestaltet die Welt nach seinen Vorstellungen und Bedürfnissen. Das gilt für nomadische wie für sesshafte Kulturen. Seit Jahrtausenden bebaut der Mensch Land – in Mitteleuropa seit 5500 Jahren. Er hat gelernt, Tiere zu domestizieren, Pflanzen zu züchten, Vorräte und Infrastruktur anzulegen. 

Fast jeder Flecken Land – vor allem in Europa – wurde vom Menschen geprägt und ist damit „Kulturlandschaft“. Dass uns das oft nicht auffällt, hat damit zu tun, dass wir nichts anderes kennen als Kulturlandschaft – „echte“, gar „unberührte“ Naturlandschaft gibt es kaum noch.

Leben im Anthropozän

Wir leben im Anthropozän, dem Erdzeitalter, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist.

„Auch wenn das 20.Jhdt. nur 0,0025 Promille der gesamten Menschheitsgeschichte ausmacht, so umfasste es doch nicht weniger als ein Fünftel aller jemals gelebten Menschen .“

John R. McNeill

Landschaften aus Menschenhand

Kulturlandschaft sieht je nach Kultur, Topographie, Klima etc. ganz unterschiedlich aus und ist unterschiedlich ausgestattet. Als der Mensch noch keine externe Energie zur Verfügung hatte, hatten nur nachhaltige Systeme Bestand. Viele dieser Landschaften sind längst verschwunden, andere, wie die Reisterrassen in Südostasien oder die Eichenhaine der spanischen Dehesa, sind mindestens 4000 Jahre alt und funktionieren heute im Wesentlichen noch immer nach den gleichen Prinzipien und Überlegungen wie vor Jahrtausenden. 

Diese von Menschenhand geschaffenen landwirtschaftlichen Systeme verwandeln Sonnenenergie in Nahrung und andere Rohstoffe wie zum Beispiel Brenn- und Baustoff.

Das Erdöl verändert alles

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und vor allem im 20. Jahrhundert änderte sich der Charakter der Landwirtschaft wesentlich und rasant. Der Einsatz fossiler Energieträger und Mineraldünger verwandelte die bäuerliche Landwirtschaft in weiten Teilen der Erde nachhaltig. Eine weitgehend auf Subsistenzwirtschaft ausgelegte Kultur wurde von einer industriell wirtschaftenden verdrängt.

„Im 20.Jahrhundert hat die Menschheit zehn Mal mehr Energie verbraucht als ihre Vorfahren während der tausend Jahre vor 1900 .“

John R. McNeill

Ein neues Energieregime

Die landwirtschaftliche Produktionsmenge nahm um ein Vielfaches zu und die Landwirtschaft wurde in die Produktionsketten der Industriegesellschaft eingebunden. Solange die Landwirtschaft auf Sonnenenergie angewiesen war, war sie in Ökosysteme eingebettet. Mineraldünger, chemische Pflanzenschutzmittel und von fossiler Energie angetriebene Maschinen erlaubten es Landwirten nun, sich von biologischen Kreisläufen abzukoppeln.

Ertragsmaximierung auf Kosten der Zukunft

Man sprach von einer „grünen Revolution“. Die Erfolge dieser Revolution waren aber mit einem hohen Preis verbunden. Heute wissen wir, wie komplex Ökosysteme sind und wie empfindlich sie auf mechanische und chemische Eingriffe reagieren.

Der Aufbau von Boden-Humus etwa ist ein Prozess, der Jahrtausende in Anspruch nimmt. Behandelt man den Boden falsch, löst sich dieses wertvolle Gut jedoch in kürzester Zeit sprichwörtlich in Luft auf. Die agrarindustriell bedingte Erosion zerstört tagtäglich die Lebensgrundlage unser Nachfahren. Und das in kaum fassbarem Ausmaß.

Die „grüne Revolution“ war und ist nichts anderes als ein Ausbeuten von Ressourcen im Sinne einer kurzfristigen Ertragsmaximierung auf Kosten der Zukunft. Die Agrarindustrie hat mehr mit Bergbau zu tun als mit der Bewirtschaftung von Grund und Boden, denn sie baut Boden (Humus) schneller ab, als dieser sich bilden kann. Damit beraubt sich dieser Sektor seiner (und unser aller) Lebensgrundlage.

Was ist von der bäuerlichen Landwirtschaft geblieben?

Die industrielle Methode kommt mit viel weniger Personal aus, was zumindest in den westlichen Industrieländern rasch zu einem bis heute andauernden Bauernsterben geführt hat. Heute sind die Höfe in Mitteleuropa überwiegend von den Ideen und Bedürfnissen der landwirtschaftlichen Industrialisierung geprägt: Spezialisierung, fehlende Energie- und Nährstoffkreisläufe, Abhängigkeit von Importen und fehlende Ernährungssouveränität. All das gibt es erst seit wenigen Jahrzehnten und doch sind die Auswirkungen auf die ursprünglich bäuerlich geprägte Kultur und Kulturlandschaft enorm.

„19.000 österreichische Landwirte haben in den vergangenen sieben Jahren aufgegeben – das sind sieben Betriebe pro Tag .“

Statistik Austria, 2019

Visionäre der Gegenbewegung

Nicht nur die Bauern und Bäuerinnen wurden aus dem Feld geschlagen, die Industrialisierung der Landwirtschaft wirkt sich auch massiv auf Ökologie, Landschaft und Umwelt aus.

Dass „die grüne Revolution“ problematisch ist, erkannten kritische Geister schon sehr früh. So entwickelten sich bereits in den Anfängen der landwirtschaftlichen Industrialisierung Gegenbewegungen, die man heute als die Ursprünge des Biolandbaus bezeichnen kann.

Aufgerüttelt durch die radikalen Veränderungen und angetrieben von einer kritischen Auseinandersetzung mit dem vorherrschenden Zeitgeist, warnten einige Visionäre vor den Folgeschäden dieser Entwicklung und zeigten Alternativen auf. Bei uns ist die „alternative Landwirtschaft“ erst in den 1980er-Jahren ins öffentliche Bewusstsein gerückt, aber die Ursprünge dieser Bewegung liegen mindestens 100 Jahre zurück.

„Zwischen 1890 und 1990 hat sich die Weltbevölkerung vervierfacht, der Wasserverbrauch verneunfacht, die Industrieproduktion ist um den Faktor 40 gestiegen .“

John R. McNeill

Franklin Hiram King

Bildquelle: Wikipedia creative common

Einer der Väter des Biolandbaus und der Permakultur ist der amerikanische Agrarwissenschaftler Franklin Hiram King, der in den USA auch als Vater der Bodenphysik gilt. King beschäftigte sich bereits im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert intensiv mit Bodenfruchtbarkeit, der Wasserhaltekapazität von Böden, dem Feuchtigkeitsbedarf von Pflanzen, mit Bodenluft, der Bewegung von Wasser in Böden, mit Grundwasser, Bodenbearbeitungstechniken und vielem mehr. Als Wissenschaftler studierte er beispielsweise den Effekt, den „Bodenmulch“ und Bewässerung auf Feldkulturen und bodenbiologische Aktivität hat. Eine Auseinandersetzung, die aktueller nicht sein könnte. 

1911 erschien Kings einflussreiches Buch „Farmers of forty centuries“ (F.H. King, Madison, WI.), das sich mit „organic farming“ – also biologisch-organischer Kreislaufwirtschaft – in China, Korea und Japan beschäftigt. King bezeichnet diese uralten und bewährten Systeme als „permanent agriculture“, also als dauerhafte, weil nachhaltige Landwirtschaft. Das erste „Permakulturbuch“ ist noch heute ein Klassiker des Biolandbaus.

Russel Smith

Bildquelle: Wikipedia creative common

Neben F.H. King ist auch Russel Smith ein maßgeblicher Wegbereiter der Permakultur.
„Treecrops – a permanent agriculture“ heißt Smiths 1929 veröffentlichtes Buch, das Agroforstwirtschaft propagiert. Seine Arbeit ist von der Überzeugung getragen, dass jede Landbewirtschaftung an lokale Bedingungen angepasst sein muss. Er studierte die verheerenden Folgen von Erosion, die er überall dort sah, wo vor allem aufgrund der Technisierung Bäume aus der Landschaft gedrängt worden waren.

„Wald – Weide – Pflug – Wüste“, prophezeite er zu Recht und attestierte seinen Zeitgenossen einen „kindisch verschwenderischen Umgang mit natürlichen Ressourcen“. Sein Blick reichte weit über die USA hinaus und er erkannte und beschrieb, dass Erosion ein globales Problem darstellt und dass der Verlust von wertvollem Boden überall dort auftritt, wo die Natur missachtet wird. Russel Smith plädierte für Fruchtwechsel, Terrassierungen, sprach sich für minimalinvasive Bodenbearbeitung aus und forderte Landwirte auf, ihre Aufmerksamkeit auf und vor allem in den Boden zu richten.

Raoul Heinrich Francé

Bildquelle: Wikipedia creative common

Dass dieser Boden lebendig ist und entsprechend behandelt werden muss, hat auch ein Zeitgenosse Smiths in Europa erkannt und beschrieben. Der Österreich-Ungar Raoul Heinrich Francé ist einer der Väter der ökologischen Landwirtschaft in Europa. Über 60 Bücher hat der Botaniker, Mikrobiologe, Natur- und Kulturphilosoph veröffentlicht.
1922 erschien sein einflussreiches Werk „Das Edaphon“, ein Begriff, der die Gesamtheit aller im Boden lebenden Organismen umfasst. Francé beschrieb darin die unglaubliche Vielfalt unter unseren Füßen und vermittelte seinen Zeitgenossen, dass die Fruchtbarkeit des Bodens auf die Tätigkeit unscheinbarer Kreaturen zurückzuführen ist.
Der Autor, der viele moderne ökologische Ideen vorwegnahm, war aber nicht der erste Wissenschaftler, der die Bedeutung des Bodenlebens erkannte und beschrieb.

Charles Darwin

Bildquelle: Wikipedia creative common

„Es darf bezweifelt werden, ob es viele andere Tiere gegeben hat, die in der Geschichte der Welt eine so große Rolle gespielt haben wie die Regenwürmer“, schrieb Charles Darwin, der auch ein passionierter Gärtner war, schon 1881. Der Boden ernährt uns, ist Basis allen höheren Lebens und muss daher entsprechend gewürdigt und beschützt werden. Die immer schwerer werdenden Maschinen des Industriezeitalters, die die Bodenbearbeitung so viel bequemer machen, verleiten zu Maßnahmen, die den Boden verdichten und umbrechen. Tiefes pflügen und der Einsatz von Mineraldünger stören und zerstören das Bodenleben. Was darauf folgt, ist Erosion durch Wind und Regen: Die wertvolle Humusschicht, die sich unter natürlichen Bedingungen nur sehr langsam aufbaut, wird abgetragen, „die Steine beginnen zu wachsen“.

P. A. Yeomans

Bildquelle: Wikipedia creative common

Diese Prozesse zu vermeiden, ist einer der wichtigsten Aufgaben der Landbewirtschaftung. Das brachte den australischen Erfinder und Ingenieur P. A. Yeomans auf das Keyline-Design-Konzept. Yeomans, der ursprünglich Bergbauunternehmen beriet, war Experte für Hydrologie und Geomorphologie und gestaltete Farmland so, dass sich Niederschlagswasser auf der Fläche verteilen und langsam im Boden versickern konnte. Erklärtes Ziel war die Sammlung allen Regenwassers bei gleichzeitiger Verhinderung von Bodenerosion. Sein Buch „The Keyline Plan“ von 1954 ist ebenfalls ein Standardwerk der Permakultur.  Für die späteren Entwickler der modernen Permakultur, Bill Mollison und David Holmgren, waren seine Designs entscheidende Ideengeber.

Masanobu Fukuoka

Bildquelle: Wikipedia creative common

Dasselbe gilt für den Japaner Masanobu Fukuoka. Der Mikrobiologe hängte eines Tages seine Beamtenkarriere an den Nagel und wurde Bauer. Er entwickelte ein Bewirtschaftungskonzept, das sich an natürlichen Wechselwirkungen und Prozessen orientiert. Sein Credo lautete: Natur und ihren Rhythmus studieren und aus der Beobachtung Schlüsse für die Bewirtschaftung ziehen.
Sein Buch „One Straw Revolution“ hatte einen entscheidenden Einfluss auf viele alternative Landwirtschaftskonzepte.

Fukuokas Felder waren umgeben von Intensiv-Reisanbau-Kulturen, die mit Mineraldünger und – wie er befand – „grotesken“ Mengen Pestiziden arbeiteten. Sein „natürlicher Weg der Landwirtschaft“ (The natural way of farming – The Theory and Practice of Green Philosophy, 1985) setzte auf die natürliche Vitalität und Regenerationskraft des Bodens und „fütterte“ das Bodenleben und nicht die Pflanze.  Schädlingspopulationen hielt er mit Fruchtfolgen und ökologischen Gegenspielern in Schach, zum Beispiel indem er Spinnentiere förderte oder Enten zeitweise in die Kulturen ließ. Fukuoka war Wissenschaftler und als solcher ein vehementer Gegner der Agrochemie.

Rachel Carlson

Bildquelle: Wikipedia creative common

Die zerstörerische Kraft der Agrochemie ist spätestens seit Rachel Carlsons Sachbuch „Silent Spring“ aus dem Jahr 1962 einer kritischen Öffentlichkeit bekannt. Carlson war Biologin und Umweltjournalistin und machte den rigorosen Pestizid-Einsatz zum Thema, indem sie dessen verheerende Auswirkungen auf Ökosysteme populärwissenschaftlich aufarbeitete.

Sie bezeichnet den großflächigen Einsatz von Pestiziden als „den schlecht geplanten und dilettantisch durchgeführten Versuch einer Massenvernichtung von Insekten, die zahllose unerwünschte Nebeneffekte hat“. Die erfolgreiche Sachbuchautorin erklärte ihrer Leserschaft die Nahrungskette und wie die Kontaminierung von Wasser und Boden dazu führt, dass sich Pestizide und deren Abbauprodukte in Lebewesen anreichern. Für das Massensterben von Vögeln, Insekten, Reptilien und Säugetieren machte sie das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium direkt verantwortlich.

„Der stumme Frühling“, führte in ihrer Heimat, den USA, eine bis heute heftig geführte politische Debatte aus und führte letztlich zum DDT-Verbot. Der Erfolg des Buchs gilt als Ausgangspunkt einer weltweiten Umweltbewegung, zu der immer mehr kritische Wissenschaftler stoßen sollten.

René Debos

Bildquelle: Wikipedia creative common, Author: Pokatin

Einen wichtigen Beitrag zur Wissenschaftskommunikation leistete auch René Debos, Mediziner, Mikrobiologe und Umweltaktivist. Debos hatte 1939 eine antibakterielle Substanz isoliert und analysiert, die er Tyrothricin taufte. Es war das erste kommerziell hergestellte Antibiotikum überhaupt. Ihm wird auch der Slogan „think global, act local“ („Denke global, handle lokal“) zugeschrieben.
In seinem Buch „Der entfesselte Fortschritt“ („So human an animal“) aus dem Jahre 1973 heißt es: 

„Der moderne Mensch glaubt, dass er die Naturkräfte fast vollständig beherrscht, die seine Evolution in der Vergangenheit geformt haben, und dass er deswegen nun sein eigenes biologisches und kulturelles Schicksal kontrollieren könne. … (aber) wie alle anderen Lebewesen ist der Mensch Teil eines ungeheuer komplexen ökologischen Systems und auf vielfältige Weise mit all den Komponenten dieses Systems verbunden.“

Am Boden

Biolandbaukonzepte sind im Kontext der Folgen der Industrialisierung der Landwirtschaft zu sehen und sind demnach genauso alt. Dass Bauern heute, mehr als 100 Jahre nach Darwin und Francé, erst langsam wieder etwas über Regenwürmer, Bodenleben und Fruchtfolgen lernen müssen, liegt wohl an den Wirren des 20. Jahrhunderts und der traumatischen Zerrüttung, die diese mit sich gebracht haben.

„Es ist eine Ironie der Geschichte, dass die Pragmatiker heute auf Lösungen zurückgreifen, die sie bis vor kurzem noch als die Spinnereien der Idealisten bezeichnet haben .“

Paul Ehrlich

Die Reparatur der Zukunft

Permakultur erhebt nicht den Anspruch, das Rad neu erfunden zu haben. Aber wir wollen alles verfügbare Wissen der Welt einsetzen, damit es sich auch in Zukunft weiterdrehen kann.

Der oben gewürdigte Bodenphysiker F.H. King wurde einmal im Rahmen einer Lehrveranstaltung von einem Studenten gefragt, ob es der Wahrheit entspräche, dass er großzügig von anderen Kulturen und deren Büchern abgekupfert habe. Darauf soll King geantwortet haben: 

„Ja, ich habe von anderen abgekupfert und ich habe tausend Kühe gemolken, aber der Käse, der gehört mir!“

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